Begabung im Gespräch: TALIS 2024

Dieses Interview wurde am 27. Februar 2026 im Rahmen von Begabung im Gespräch, einer ÖZBF-Online-Vortragsreihe zu aktuellen Themen und Herausforderungen der Begabtenförderung und Begabungsforschung der Pädagogischen Hochschule Salzburg im IgelTV Studio der Pädagogischen Hochschule Steiermark, aufgezeichnet.

HS-Prof.in Mag.a Dr.in Katharina Heissenberger-Lehofer, BEd, (Pädagogische Hochschule Steiermark, Institut für Bildungswissenschaften) spricht mit HS-Prof.in MMag.a Dr.in Priv.Doz.in Almut Thomas, TALIS-Projektmitarbeiterin, (Pädagogische Hochschule Kärnten, Institut für Bildungswissenschaften), HS-Prof. Mag. Dr. Martin Auferbauer, TALIS-Projektmitarbeiter, (Pädagogische Hochschule Steiermark, Institut für Bildungswissenschaften) und HS-Prof.in Mag.a Dr.in Corinna Koschmieder, Nationale Projektmanagerin für TALIS-Österreich, (Pädagogische Hochschule Steiermark, Zentrum für Forschungssupport).

Der Fokus des Gesprächs liegt auf den Erkenntnissen der Studie zu Individualisierung, Differenzierung sowie Begabungs- und Begabtenförderung in der Sekundarstufe 1. Die TALIS-Studie, die erstmals 2008 durchgeführt wurde, erfasst die Erfahrungen von Lehrpersonen und Schulleitungen zu verschiedenen Aspekten des Schullebens. In der TALIS Studie 2024 wurden in Österreich 4335 Lehrpersonen und 266 Schulleitungen befragt, um ein umfassendes Bild der schulischen Arbeitswelten in der Sekundarstufe 1 zu erhalten.

Es werden die Herausforderungen, mit denen Lehrkräfte konfrontiert sind, sowie die Ressourcen, die ihnen zur Verfügung stehen, und wie diese den Unterricht beeinflussen, beleuchtet. Ein zentrales Ergebnis zeigt, dass Lehrpersonen in Österreich im Vergleich zum OECD-Durchschnitt eine hohe Autonomie bei der Unterrichtsgestaltung wahrnehmen. Besonders spannend ist die Analyse der Heterogenität in Klassenräumen. Lehrpersonen berichten von einer Vielzahl an unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und sozialen Hintergründen ihrer Schüler*innen, was eine differenzierte Unterrichtsgestaltung zwingend erforderlich macht. Die Daten zeigen, dass die Klassen zunehmend vielfältiger werden, was die Notwendigkeit von begabungsfördernden Maßnahmen unterstreicht.

Dennoch gibt es auch ernüchternde Befunde: Etwa 25 % der Lehrpersonen denken vor dem 60.Lebensjahr aus dem Beruf auszusteigen.
Ein weiterer Diskussionspunkt betrifft die digitale Ausstattung und deren Nutzung im Unterricht. Obwohl die digitale Infrastruktur in vielen Schulen verbessert wurde, zeigen die Ergebnisse der Studie, dass die Nutzung digitaler Technologien zur Individualisierung des Unterrichts noch ausbaufähig ist. Rund 40% der Lehrkräfte geben 2024 an, regelmäßig künstliche Intelligenz in ihrer Arbeit zu nutzen. Hier besteht ein deutlicher Bedarf an Fort- und Weiterbildung, um Lehrpersonen in der effektiven Integration neuer Technologien zu unterstützen.

Abschließend diskutieren die Expert*innen die Visionen für die zukünftige Bildung und die Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte zu verbessern, um eine qualitativ hochwertige Bildung sicherzustellen. Die Ergebnisse der TALIS-Studie liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, wie Lehrpersonen in ihrer Arbeit unterstützt werden können, um den individuellen Bedürfnissen ihrer Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden und somit auch die Begabungs- und Begabtenförderung voranzubringen.

00:00 Einführung in TALIS 2024
01:53 Was ist TALIS?
06:10 Themen der Studie TALIS 2024
08:42 Erste Einblicke in TALIS 2024
12:26 Einschätzungen von Lehrpersonen zu Diversität und Heterogenität
17:12 Klassenführung und Fortbildung
18:32 Ergebnisse zu Lehren und Lernen im Kontext von Begabungs- und Begabtenförderung
29.50 Selbstwirksamkeit und Wachstumsdenken
33.25 Digitale Ressourcen im Unterricht
38.19 Künstliche Intelligenz im Unterricht
42:27 Blick in die Zukunft